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ADHS  (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung)

Die ADHS (Aufmerk­samkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung) gilt als die häufigste psychiatrische Störung im Kindes- und Jugend­alter. Prävalenzschätzungen gehen von etwa 5 % be­trof­fener Schulkinder aus – wobei drei von vier Betroffenen  Jun­gen sind. Bei ADHS  gehen wir in der Klinik folgendermaßen vor:

Diagnostik

Wichtig für die Beurteilung der ADHS ist die bio­gra­fische Anamnese unter Berücksichtigung der familiären Fak­toren. Bei der Mehrzahl der Patienten liegen familiäre Belas­tungen und Konflikte zugrunde. Des Weiteren erfolgt eine spezifische Exploration der Eltern und eventuell eine ergän­zende Psychodiagnostik durch eine Psychologin, um den Entwicklungsstand und eventuell vor­han­dene Teilleistungsstörungen zu erfassen. Wir setzen dann einen Beobachtungsbogen ein, der von den Eltern, unseren Lehrern, Fachtherapeuten und Erzieherinnen ausgefüllt wird. Die er­zielten Ergebnisse werden im Team vorgestellt und beraten.

Ziel der Diagnostik ist, das Symptom ADHS in einem größeren Bezugsrahmen zu verstehen, um es wirkungsvoll zu therapieren.

Therapie

Familiengespräche: Unser zentrales Anliegen ist, den fami­li­ären Kontext zu erfassen, in dem dieses Störungsbild auftritt, die Strukturen und Grenzen innerhalb des Systems zu beachten und die Gesamtfamilie in die Behandlung mit einzubeziehen.

Die Kinder erhalten folgende Therapieangebote:

  • Psychomotorik, wobei wir uns am sechsstufigen Therapie­kon­zept nach Kiphard orientieren.
  • Heilpädagogik, wo es nach Schaffung eines geeigneten Arbeits­­klimas um das Training von Fähigkeiten im Sinne einer bes­seren Differenzierung der Sinneswahrnehmung geht. Zu­sätz­lich werden Hilfestellungen zum Erwerb geeig­neter Denk­strategien sowie Verhaltensmuster gegeben.
  • Schulförderung mit dem Ziel, die gerichtete  Aufmerksam­keit zu verbessern und den Selbstwert der Kinder zu steigern, indem ihnen Erfolgserlebnisse ermöglicht werden.

Grundsätzlich geht es darum, an den Fähigkeiten der Kinder anzusetzen.
Eine medikamentöse Therapie, wenn auswärts bereits be­­gon­­nen, wird hier zunächst weitergeführt. Gege­benen­­falls wird nach Absprache mit allen Beteiligten ein Auslass­ver­such durch­geführt. In seltenen Fällen beginnen wir eine medikamentöse Behandlung, wenn die anderen therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Die Eltern werden in einer speziellen Elterngruppe be­treut. Hier tauschen sie Erfahrungen aus und ha­ben die Möglichkeit, besonders problematische Situ­a­tionen zu besprechen. Sie wer­den in einem ein­deu­­tigen Er­ziehungsverhalten geschult, das auf die Kommuni­kations­kanäle zurückgreift, die auch die Kinder ver­stehen. Die Elterngruppe ist nur als ein Baustein im Therapieplan angelegt, parallel finden Einzel-, Paar- oder Familiengespräche statt und darüber hinaus können die Eltern auch eigene Therapieangebote wahrnehmen.

Die Behandlung eines Kindes mit ADHS im engeren Sinne ist ein langwieriges Unterfangen. Dennoch ist es in einer inten­si­ven statio­nären Phase meist möglich, bedeutende Fortschritte zu erzielen und ein längerfristiges ambulantes Thera­pie­kon­zept auf den Weg zu bringen. Kinder, die mit Hyperaktivität auf chronische Belastungen oder dysfunktionale Familien reagieren, können durch unser spezifisches Therapieangebot (siehe oben) und die flan­kierenden Interventionen bei Geschwistern und Eltern ihre Symptomatik während des Aufenthaltes aufgeben. Sie werden durch das systemorientierte Vorgehen unterstützt, andere Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Nöte und Bedürfnisse zu entwickeln.

Therapiekontrolle und Qualitätssicherung

Die Therapiekontrolle erfolgt durch die wiederholte Anwen­dung der diagnostischen Instrumente (Beobach­tungsbogen, eventuell Psychodiagnostik), die den Verlauf während des Klinikaufenthalts abbilden.
In Visitengesprächen beziehen alle Familienangehörigen Stellung zum Therapieverlauf und am Ende des Auf­ent­halts werden ausführliche Abschlussgespräche ge­führt. Katam­nes­tische Nachbefragungen schließen die Über­prü­fung der er­reich­ten Rehaziele ab.

In kurzen Worten

  • Ziel der ADHS-Therapie ist, die Zusammenhänge des Symptoms aufzudecken und nach Möglichkeit verstehbar zu machen
  • damit die Kinder entweder während des stationären Aufenthalts ihr auffälliges Verhalten ablegen
  • oder in der Lage sind, dies mit längerfristiger ambulanter Therapie zu tun
  • Die Medikation wird, soweit möglich, in Absprache mit allen Beteiligten abgebaut, sobald die oben angegebenen Therapien greifen und zu einer Verbesserung der Symptomatik führen
  • Die Gesamtsituation in der Familie wird verbessert